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Tests 2003-2007

2003-2007: Mehr Öffentlichkeit, weniger Acrylamid




15.07.2008

Seit 2003 testet foodwatch regelmäßig Kartoffelchips auf die krebsverdächtige Substanz Acrylamid und veröffentlicht die Werte. Das zeigt Erfolg: Die durchschnittliche Acrylamidbelastung der getesteten Produkte ist seitdem um etwa die Hälfte gesunken. Einzelne Sorten sind aber noch immer viel zu hoch belastet.

 
2007: Pringles und Bio-Chips stark belastet

Zum zweiten Mal nacheinander sind Kartoffelchips der Marke Pringles von Procter & Gamble im foodwatch-Test am stärksten mit Acrylamid belastet. Schon 2006 waren "Pringles Paprika" der große Testverlierer. 2007 überbieten die Stapelchips vom Marktführer Procter & Gamble mit 1.600 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm sogar noch den Rekordwert aus dem Jahr 2006. Bereits mit einer viertel Packung überschreitet ein Erwachsener die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene tägliche Höchstdosis für das krebsverdächtige Acrylamid. Ebenso erschreckend: Zwei von fünf der getesteten Bioprodukte weisen ähnlich hohe Werte auf.

Test 2007: Ein Pringles-Chip enthält soviel Acrylamid wie 34 Chips der Lidl-Eigenmarke.

Die niedrigsten je in einem Acrylamidtest von foodwatch bei Kartoffelchips gemessenen Werte fanden sich bei einem Eigenprodukt des Discounters Lidl. Dessen Stapelchips enthalten nur 47 Mikrogramm Acrylamid je Kilogramm. Im Vergleich dazu ist das Procter & Gamble-Produkt "Pringles Paprika" 34-mal so stark belastet.

Ein extrem niedriger Acrylamidgehalt ist also möglich. Der Weltkonzern Procter & Gamble hält es aber anscheinend nicht für nötig, in die Gesundheit seiner Kunden zu investieren und seine Produktion entsprechend umzustellen. foodwatch startet deshalb eine Mitmach-Aktion und fordert von Procter & Gamble: Schluss mit der unnötigen Gesundheitsgefährdung!

2006: Hersteller bemühen sich nicht

Die deutschen Hersteller haben es sich unter dem viel zu hohen offiziellen "Signalwert" von 1.000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Chips bequem gemacht. Die Signalwerte werden vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für einzelne Produktgruppen festgelegt. Liegen Produkte in ihrer Belastung darüber, werden die Hersteller in Gesprächen aufgefordert, den Acrylamidgehalt zu senken. Aber: Die Signalwerte orientieren sich an den höchsten Belastungswerten, statt an den niedrigsten. Somit haben die Hersteller keinen Anreiz, sich weiter um eine Absenkung des Acrylamidgehalts ihrer Produkte zu bemühen. Das zeigt der foodwatch-Test. Acht der 13 bereits im Jahr 2005 untersuchten Produkte weisen 2006 höhere Acrylamidwerte auf. Die Testverlierer 2006, Paprika-Chips der Marke Pringles von Procter & Gamble, sind mit 1.080 Mikrogramm Acrylamid fast doppelt so hoch belastet wie in den beiden Jahren zuvor.

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Alle bisherigen foodwatch-Tests haben gezeigt, dass erstmalig getestete Bioprodukte besonders hoch mit Acrylamid belastet sind. So 2006 die Kartoffelchips der Marke Alströmer mit 981 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm. Doch die 2005 von foodwatch massiv kritisierten Bioprodukte von Mayka und Molenaartje (2005: 1.470 bzw. 1.770 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm) haben sich deutlich verbessert. 2006 liegen diese Werte um etwa 80 Prozent niedriger. Mayka dazu: "Die Kartoffelchips werden heute nach einem modifizierten Produktionsverfahren hergestellt. So konnten wir den Wert deutlich senken. Dies bestätigten auch die Ergebnisse des Acrylamid-Tests, den die Verbraucherorganisation foodwatch 2006 durchgeführt hat." (Magazin eve, siehe Dokumente & Links). Öffentlicher Druck, wie die von foodwatch im Jahr 2005 initiierte Protestaktion an diese Hersteller und die Veröffentlichung der Werte, zeigt also Wirkung im Sinne der Verbraucher.

2005: Markenchips besonders schlecht

Bei sechs der zehn im Jahr 2005 getesteten konventionellen Sorten von Kartoffelchips haben sich die Acrylamidwerte im Vergleich zum Vorjahrestest erhöht. Der Spitzenwert liegt mit 1.050 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Chips höher als der höchste im Vorjahr gemessene Wert. Damit übersteigt das Markenprodukt "Funny Frisch Chipsfrisch ungarisch" nicht nur den mit 1.000 Mikrogramm viel zu hoch angesetzten Signalwert der Bundesregierung. Im Vergleich zu 2004 hat sich ihr Wert sogar mehr als verdreifacht. Anstatt zu versuchen, den Acrylamidgehalt so weit wie möglich zu senken, pendelt sich die Industrie rund um den Signalwert ein.

Im Jahr 2005 werden erstmals verschiedene Sorten Bio-Paprikachips auf ihren Acrylamidgehalt untersucht. Zuvor war stets nur ein Bioprodukt getestet worden. Ergebnis: Die neu getesteten Bioprodukte sind höher belastet als konventionelle Kartoffelchips. Vergleichsweise gut schneiden dagegen die in den vergangenen Jahren als einziges Bioprodukt getesteten "Tra'fo Bio Potato Chips Paprika" ab. Auf Grund von Umsatzeinbrüchen - laut Hersteller wegen der foodwatch-Tests - änderte die niederländische Firma FZ Organic Food das Produktionsverfahren (siehe Interview unter Dokumente & Links). Der Acrylamidgehalt wurde um 90 Prozent gesenkt. Das zeigt: Die Veröffentlichung der Werte kann eine Senkung des Acrylamidgehalts bewirken.

2004: Einziges getestetes Bioprodukt extrem belastet

Obwohl das Problem schon seit über einem Jahr bekannt ist, gibt es 2004 noch Produkte, die vergleichsweise hoch mit Acrylamid belastet sind. So unterscheiden sich die Belastungswerte der besten und der schlechtesten Kartoffelchips im Test um das bis zu 40fache. Extrem hoch belastet und damit Testverlierer ist das einzige getestete Bioprodukt: "Tra'fo Bio Potato Chips Paprika" vom Hersteller FZ Organic Food. Solange sich das Minimierungsprinzip der Regierung an den rückständigsten Herstellern orientiert, entsteht kein Druck auf die Branche.

Im Vergleich zu den vorherigen Tests wird jedoch deutlich, dass einzelne Hersteller inzwischen in der Lage sind, sehr niedrig belastete Chips herzustellen. Angeblich tauschen sich die Hersteller sogar über Vermeidungstechnologien aus. Unverständlich, dass dann immer noch stark belastete Produkte im Regal sind.

2003: foodwatch testet erstmalig Kartoffelchips auf Acrylamid

Im Jahr 2003 testet foodwatch zum ersten Mal Kartoffelchips auf ihre Belastung mit der krebsverdächtigen Substanz Acrylamid. Kartoffelchips gehören aufgrund ihrer Beschaffenheit zu den am stärksten belasteten Produktgruppen. Von Herstellern und Behörden erfahren Verbraucher nicht, wie viel Acrylamid bestimmte Produkte enthalten. Darum testet foodwatch im Februar, Mai und August 2003 und veröffentlicht die Ergebnisse. In diesem Zeitraum gelingt es fast allen Herstellern, die Acrylamidbelastung zu senken. Trotzdem sind viele Produkte noch stark belastet. Zwei Sorten liegen weiter über dem Signalwert von 1.000 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm.