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Die Ergebnisse des Reports "Klimaretter Bio?"


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Genug Platz für Bio?

Ökologische Landwirtschaft hat vor allem Klimavorteile im Pflanzenbau: Pro Kilogramm Weizen verursacht der ökologische Landbau weniger als halb so viel Treibhausgasemissionen wie der konventionelle Weizenanbau. Aber weil der ökologische Pflanzenbau ohne die Ausbringung von Mineraldünger zurechtkommen muss, liegen die die Ernteerträge pro Hektar in der Regel um 10 bis 40 Prozent niedriger als in der konventionellen Landwirtschaft. Das heißt im Umkehrschluss, dass die ökologische Landwirtschaft zur Erzeugung einer Tonne Weizen mehr Ackerfläche benötigt als der konventionelle Pflanzenbau. Da über die Hälfte der pflanzlichen Produktion in Deutschland als Futtermittel in der Tierhaltung eingesetzt wird, haben diese Ertragsdifferenzen auch Auswirkungen auf den Flächenbedarf der verschiedenen Tierhaltungsverfahren. Zusätzlich kommen in der Tierhaltung unterschiedliche Leistungsniveaus in der Futterverwertung hinzu, die den Flächenbedarf weiter differenzieren.

Bio-Weizen braucht doppelt so viel Fläche wie konventioneller

Hinsichtlich der Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen hat Weizen aus durchschnittlichen ökologischen Betrieben mit 2,8 m² je Kilogramm Weizen einen doppelt so hohen Flächenbedarf wie der Weizen aus durchschnittlichen konventionellen Betrieben (mit 1,3 m² je Kilogramm Weizen). Bei den ertragsmäßig führenden Betrieben ist der Abstand zwischen ökologischem und konventionellem Pflanzenbau etwas geringer. Ähnliches gilt ebenso für den Anbau anderer Feldfrüchte.

Tabelle: Bedarf an landwirtschaftlicher Fläche

für verschiedene Tierhaltungs- und Pflanzenbauverfahren

Quelle: IÖW

  konventionell m² / kg öko m² / kg
Milch 1,2 2,3
Winterweizen 1,3 2,8
Schweinefleisch 7,0 11,8
Altkuhfleisch aus Mutterkuhhaltung 18,2 31,4
Rindermast aus Mutterkuhhaltung 21,0 41,7
Bio-Schweinehaltung: Weniger Treibhausgase, aber mehr Fläche

Während in der ökologischen Schweinemast deutlich weniger Treibhausgase pro Kilogramm Schweinefleisch anfallen als in der konventionellen Landwirtschaft, erfordert die ökologische Produktion zugleich den Einsatz von deutlich mehr landwirtschaftlicher Fläche. So liegt der Flächenbedarf für den Anbau der Futtermittel in den beiden Modellbetrieben der ökologischen Landwirtschaft um rund 70 Prozent höher als in den Betrieben der konventionellen Landwirtschaft.

Bio-Milch braucht fast doppelt so viel Fläche

Auch für die Erzeugung von Milch haben Ökobetriebe einen höheren Flächenbedarf. So benötigen die Ökobetriebe aufgrund der geringeren Erträge und der niedrigeren Milchleistung zur Produktion von 1 kg Milch knapp doppelt soviel landwirtschaftliche Fläche wie die konventionellen Betriebe, was auf den deutlich höheren Einsatz von Grün- und Raufutter zurückzuführen ist.

Bio-Rindern brauchen zum Teil dreifache Fläche

Die extremsten Unterschiede im Flächenbedarf zwischen ökologischen und konventionellen Betrieben zeigen sich bei der Mast von Bullen und Ochsen, die als Kälber von Milchkühen in die Mast überführt wurden. Hier liegt der Flächenbedarf der Ökobetriebe um z. T. bis zu dreimal höher als der in der konventionellen Mast – auch hierfür ist in erster Linie der extensiv erzeugte Grün- und Raufutteranteil verantwortlich.

Für die Produktion von 1 kg Rindfleisch aus Mutterkuhhaltung ist der Bedarf an landwirtschaftlicher Fläche in der ökologischen Ochsenmast etwa zwei Drittel höher als in den konventionellen Bullenmastbetrieben.

Die Mutterkuhhaltung mit der Aufzucht der Absetzer ist für einen bedeutenden Anteil des Flächenbedarfs verantwortlich. Auch bei der Bullenmast hat der Flächenbedarf für die Kälberaufzucht (einschließlich der anteiligen Berücksichtigung der Milchviehhaltung) einen hohen Anteil. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass diese flächenextensiven Mastverfahren auf marginalen Böden häufig die einzige noch lohnende Form der Landbewirtschaftung darstellen. Extensive Weidehaltung kann außerdem landschaftspflegerische Funktionen haben. Lediglich bei der Produktion von Kuhfleisch liegt der Flächenbedarf der ökologischen Betriebe im Vergleich zu den konventionellen Betrieben "nur" um etwa 40 Prozent höher.


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