Hipp bewirbt seine Instant-Tees – ob Waldfrüchte, Apfel-Melisse oder Früchte-Tee – als „Durstlöscher“, geeignet für Kleinkinder ab dem 12. Monat. Dabei besteht das Granulat zu 94 Prozent aus Zucker, in fertigen 200 Millilitern stecken zweieinhalb Stück Würfelzucker. Das widerspricht allen Empfehlungen für eine gesunde Kinderernährung, nach denen lediglich ungesüßte Tees, Wasser oder stark verdünnte Saftschorlen geeignet sind.
Mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wollte Nestlé beim „Nestlé Zukunftsforum“ über den „verunsicherten Verbraucher“ und „Wege aus der Vertrauenskrise“ diskutieren. foodwatch brachte ein neues Thema auf die Agenda: Nestlés Marketing für ungesunde Kinderlebensmittel, das den eigenen Grundsätzen widerspricht. Der Film zur foodwatch-Aktion.
EHEC
EHEC-Krise 2011 völlig unzureichend aufgearbeitet
04.05.2012
Ein Jahr nach der EHEC-Krise mit 53 Todesfällen im Frühsommer 2011 ist die Epidemie noch immer völlig unzureichend aufgearbeitet. Anders als in der gestern publizierten gemeinsamen Bilanz der Bundesministerien für Gesundheit und Verbraucherschutz dargestellt, ist weder der EHEC-Ausbruch aufgeklärt noch wurden die Schwachstellen in Lebensmittelüberwachung und Infektionsschutz offen analysiert, geschweige denn behoben.
23.04.2012
Die Quelle für die Belastung von Bio-Eiern mit dioxinähnlichen PCB auf einem ostwestfälischen Hof ist möglicherweise eine Belastung des Bodens. Die Westfälische Rundschau (Waz-Gruppe) berichtet, dass bei Bodenproben erhöhte PCB-Werte gemessen wurden.
19.04.2012
Im Fall der PCB-belasteten Eier aus dem Landkreis Aurich hält das Landesverbraucherministerium wichtige Informationen zurück, die zur Aufklärung der Quelle der Dioxinbelastung beitragen könnten. Zudem verharmlost das Ministerium Gesundheitsrisiken, wenn es bei langfristig wirkenden Giftstoffen wie dioxinähnlichen PCB davon spricht, es bestehe „keine Gefährdung der Gesundheit“.
19.04.2012
Nestlé sieht bislang offenbar keine Veranlassung, seine an Kinder gerichteten Marketingaktivitäten zu überdenken. In seiner Antwort auf den Offenen Brief von foodwatch schreibt Nestlé-Deutschland-Chef Gerhard Berssenbrügge: „Die Entscheidung, wie häufig Süßigkeiten von Kindern verzehrt werden, liegt bei den Erziehungsberechtigten.“ foodwatch hatte kritisiert, dass das Unternehmen entgegen seines eigenen Kodex überzuckerte Snacks an Kinder vermarktet und mit Programmen an Grundschulen für sich wirbt.
18.04.2012
Nestlé verstößt gegen seinen eigenen Kodex zur Beschränkung von Werbung an Kinder und zur Herstellung gesunder Nahrungsmittel. Entgegen seiner offiziellen Grundsätze vermarktet Nestlé vor allem Süßigkeiten und überzuckerte Frühstücksflocken an Kinder und ist mit verkappten Marketingprogrammen in Schulen präsent. foodwatch fordert den Lebensmittel-Multi in einem Offenen Brief auf, seine Versprechungen auch umzusetzen.
Dioxin: NRW-Landkreise hielten Informationen zurück
16.04.2012
Beim Dioxin-Fall in Ostwestfalen ist es zu schweren Versäumnissen bei der Informationsarbeit der Behörden gekommen. Die nordrhein-westfälischen Landkreise Euskirchen und Minden-Lübbecke hielten Informationen über eine Grenzwertüberschreitung zurück und verzichteten auf einen Rückruf der belasteten Eier. Erst als die PCB-kontaminierten Eier ihr Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten hatten, kam es zu einer Veröffentlichung durch das nordrhein-westfälische Verbraucherministerium.
13.04.2012
In Eiern von zwei niedersächsischen Legehennenbetrieben sind erhöhte Werte von dioxinähnlichen PCB festgestellt worden. Die Höfe wurden gesperrt, belastete Eier jedoch wahrscheinlich auch schon verkauft. Erst in der vergangenen Woche waren in einem ostwestfälischen Bio-Hof und bei zwei kleinen Direktvermarktern in Duisburg Grenzwertüberschreitungen festgestellt worden.
11.04.2012
Die DekaBank steigt aus der Spekulation mit Grundnahrungsmitteln aus. In einem Brief an foodwatch kündigte die Fondsgesellschaft der Sparkassen an, die im Fonds „Deka-Commodities" angebotenen Wetten auf wichtige Agrarrohstoffe bis zum Jahresende aus dem Portfolio zu streichen.
05.04.2012
In einem ostwestfälischen Bio-Hof und bei zwei kleinen Direktvermarktern in Duisburg sind Grenzwertüberschreitungen bei Dioxin bzw. dioxinähnlichen PCB festgestellt worden. Woher das Gift stammt, ist noch unklar. Die Betriebe wurden gesperrt, Behörden gehen jedoch davon aus, dass die belasteten Eier bereits verkauft und verzehrt wurden.
03.04.2012
Bei Ihnen kommen nur Eier aus Freiland- oder Biohaltung auf den Tisch? Denken Sie! Käfigeier schaffen es auf Umwegen auch in Ihren Einkaufswagen. Daran hat selbst das Verbot der klassischen Käfighaltung von Hühnern nichts geändert. Aufgrund einer Kennzeichnungslücke können Verbraucher Käfigeier oft gar nicht erkennen.
30.03.2012
Japan setzt zum 1. April 2012 eine drastische Verschärfung der Strahlen-Grenzwerte für Lebensmittel in Kraft. Die EU übernimmt die neuen Werte – aber nur für Import-Produkte aus Japan. Lebensmittel aus der EU und zum Beispiel aus der Tschernobyl-Region dürfen ohne Not mit viel höheren Belastungen in den Handel kommen.
28.03.2012
Anders als der Hinweis vermuten lässt, sind nahezu alle „alkoholfreien“ Biere nicht frei von Alkohol, sondern lediglich alkoholreduziert. Diese Irreführung bei Marken wie Clausthaler kann insbesondere für Personen, die in bestimmten Situationen absolut keinen Alkohol zu sich nehmen möchten, problematisch sein. foodwatch fordert: Wo „alkoholfrei“ drauf steht, darf auch wirklich kein Alkohol drin sein – wie in anderen Ländern bereits üblich.
27.03.2012
Ein Jahr nach Fukushima: Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, spricht im foodwatch-Interview über die Folgen der Reaktorkatastrophe. Der Physiker engagiert sich für die Aufklärung der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima. Gemeinsam mit dem Journalisten Thomas Dersee verfasste er im Auftrag von foodwatch ein Gutachten zu den gesundheitlichen Auswirkungen der Strahlengrenzwerte für Lebensmittel.
26.03.2012
„Andere Banken braucht das Land!“ - unter diesem Motto hat sich foodwatch mit weiteren Organisationen zusammengeschlossen, um gegen unverantwortliche Geschäfte der Geldinstitute zu protestieren. Gemeinsames Ziel: Die Spekulation mit Nahrungsmitteln soll aus dem Portfolio der Banken verschwinden.
20.03.2012
Die Deutsche Bank hat angekündigt, in diesem Jahr „keine neuen börsengehandelten Anlageprodukte auf der Basis von Grundnahrungsmitteln“ aufzulegen. Damit reagiert die Bank auf die foodwatch-Kritik an der Spekulation mit Agrar-Rohstoffen, die Preise steigen lässt und Menschen in den Hunger treibt. Was klingt wie ein erster Schritt, ist bestenfalls halbherzig – denn die bestehende Anlageprodukte werden fortgeführt.
Es ist leider nicht die Ausnahme, sondern die Regel: Kunden werden im Supermarkt getäuscht – und das meist ganz legal. Auf abgespeist.de stellt foodwatch regelmäßig Beispiele für die alltägliche Irreführung mit Lebensmitteln vor. Hier die Mogel-Liste mit allen Produkten.
Die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe – und Menschen in den Hunger. Der foodwatch-Report „Die Hungermacher“ (Okt. 2011, german - english - french).
„Wellness“, „Gesundheit“, „Tradition“ und sogar „bio“ – wie wir beim Einkaufen nach Strich und Faden belogen werden. Das Buch „Die Essensfälscher“ von Thilo Bode ist am 8. September erschienen (S. Fischer Verlag, 14,95 Euro).